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St. Lambertus Schützenbruderschaft 1610 e.V. Nettetal-Leuth

Die Honschaften Leutherheide und Barlo

Text: Jubiläumsbuch 2010

Bis zum Jahre 1820 gehörten auch Leutherheide und Barlo zur Leuther St. Lambertus-Bruderschaft. Im Jahre 1819 war Peter Mathias Schmitz, wohnhaft in Leutherheide, König unserer Bruderschaft. Im Jah­re 1820 trennten sich Leutherheide und Barlo von unserer Bruderschaft und bildeten ihre eigene „St. Peter- und Paul-Bruderschaft”.
Als Grund der damaligen Trennung wird angegeben: So stehts einerseits in den alten Statuten von 1892: Im Jahre 1820 wollten die Honschaften Leutherheide und Barlo sich den damals bestehenden Statuten nicht mehr fügen und trennten sich freiwillig von der Leuther St. Lambertus-Bruderschaft und gründeten im selben Jahr die St. Peter- und Paul-Bruderschaft; und anderseits in der Chronik von 1826:
Als man im Jahre 1820 in Leuth den Vogel geschossen und der Besenbinder Mathias Rütten König wurde, waren die Honschaften Leutherheide und Barlo, die mit zur „Leuther St. Lambertus-Bruderschaft” gehörten, mit einem Besenbinder als König nicht zufrieden, obwohl statutgemäß jedes Mitglied König werden kann.
Sie trennten sich deshalb im Jahr 1820 freiwillig von der Leuther Bru­derschaft und bildeten im selben Jahr die „St.-Peter- und Paul-Bruderschaft”.
In der Festschrift anlässlich der Feier des 350-jährigen Jubiläums der Kapelle in Leutherheide, wird vom Heimatforscher Josef Funken, Leutherheide, u.a. ein weiterer Grund der Trennung angegeben („Leutherheide Geschichte und Geschichten, Kapitel XIX. In der Gemeinschaft des Dorfes - Seite 95 ff. - ”):
„Seit der Gründung der Lambertus-Bruderschaft in Leuth, die im An­fang des 17. Jahrhunderts belegt ist, haben Leutherheider Bürger dort mitgewirkt, sei es als eifrige Brüder, die mit halfen, um die Jahre 1770­1773 den Schützenkamp zu roden, oder als Schützenkönige in Leuth Hof hielten.
Erstmalig in den Jahren 1804 und 1819 setzten die Leutherheider Brüder es durch, dass ihre Könige in Leutherheide aufzogen, woran die Leuther gemäß der Satzung der Bruderschaft teilzunehmen hatten, worüber es in Leuth fast zu einem Volksaufstand kam, da damit die Kirmes in Leuth bedeutungslos wurde. Es entstand Unzufriedenheit besonders in Leutherheide, weil die Aufzüge dort von Leuth boykottiert wurden.
So musste es zu einer Scheidung der Geister kommen. Durch diese freiwillige Trennung gingen aber ihre Ansprüche an das ­Eigentum der Leuther St. Lambertus-Schützenbruderschaft verloren. Da jedoch P. M. Schmitz, Leutherheide alter König war, aber nicht mehr mit der St. Lambertus-Bruderschaft mitzog, so war er doch verpflichtet seine Königsplatte der St. Lambertus-Schützen-Bruderschaft zu überlassen, was aber nicht geschah.
Im Jahre 1890 wusste kein Mensch mehr, wo die Königsplatte geblieben war. So beschlossen im Jahr 1891 die Vorsteher der  „St. Lambertus-Bruderschaft" und die Vorsteher der „St. Peter- und Paul-Bruderschaft", dass am 20. September 1891 in der Pfarrkirche zu Leuth ein Seelenamt für alle verstorbenen Mitglieder der „St. Lambertus-Bruderschaft” und der „St. Peter- und Paul-Bruderschaft” gehalten werde und die Gebühren von 4 Mark 70 Reichspfennige jede Bruderschaft zur Hälfte bezahlen soll, womit dann endlich die alte Platte des Königs P.M. Schmitz vom Jahre 1819 für alle Zeiten beglichen und bezahlt sein sollte.
So ist es auch geschehen. Die Platte soll zwischen den beiden Bruderschaften nie mehr zur Sprache gebracht werden. Der jetzige Vorstand der St. Lambertus-Schützenbruderschaft will verstärkt Kontakte mit der Bruderschaft St. Peter- und Paul aufnehmen und gutnachbarliche Bruderschaftsverhältnisse vertiefen.